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Am 20. Februar 2025 erschien das Horrorspiel des Entwicklers und Publishers Serafini Productions, das dich in ein düsteres Vorspiel der Geschichte von BrokenLore eintauchen lässt. In meiner Review erzähle ich dir etwas über das Spiel.
Allgegenwärtiger Nebel
In BrokenLore: LOW schlüpfst du in die Rolle von Naomi, einer jungen Frau, die in dem abgelegenen, nebelverhangenen Dorf Kirisame Mura irgendwo in Japan ankommt, wo sie von einem bestimmten Produzenten interviewt werden soll, weil sie an einer Karriere als Sängerin interessiert ist. Das Interview findet statt, aber Naomi stellt bald fest, dass mit dem Ort nichts anzufangen ist. Die Geschichte entwickelt sich nach und nach und wird immer zweideutiger und verstörender. Der Schauplatz von Kirisame Mura ist von den bezaubernden ländlichen Städten Japans inspiriert und vermittelt eine Mischung aus scheinbarer Ruhe und versteckter Spannung. Der allgegenwärtige Nebel, der das Dorf einhüllt, ist nicht nur ein landschaftliches Element, sondern ein echtes Symbol für das Unbekannte, bei dem jede Gasse verborgene Geheimnisse bergen kann. Einer der auffälligsten Aspekte des Spiels ist sicherlich der abrupte Übergang zwischen realistischer Grafik und einem Low-Poly-Stil, der eindeutig vom Survival-Horror der 90er Jahre inspiriert ist. Diese künstlerische Wahl ist nicht nur eine Hommage an einen Klassiker des Genres, sondern ist logisch in die Erzählung integriert und unterstreicht die Trennung zwischen Realität und Alptraum. Das hat eine gewisse beunruhigende Wirkung und verstärkt das Gefühl der Desorientierung. Denn in diesen Momenten taucht man in eine Welt ein, in der die Grenze zwischen dem Greifbaren und dem Halluzinatorischen gefährlich verwischt ist. Die scheinbar ruhige, aber verzerrte Umgebung, in der man das Gefühl hat, dass jeder Winkel ein Geheimnis verbirgt, spielt eine wesentliche Rolle bei diesem Erlebnis. Die ständige Präsenz mysteriöser Objekte und Symbole, wie Schriftrollen und rätselhafte Fragmente, trägt dazu bei, eine beunruhigende Atmosphäre zu schaffen.
Eine ungewöhnliche visuelle Kombination
BrokenLore: LOW ist weitgehend auf Symbolik aufgebaut, wobei das Spiegelmotiv in dieser Episode besonders hervorsticht. Im Spiel stellt der Spiegel eine Reflexion der Identität dar. Er symbolisiert auch den Bruch zwischen dem Selbst und der umgebenden Realität. Das Zerbrechen des Spiegels wiederum symbolisiert den Verlust der Klarheit. Er steht auch für die Konfrontation mit einer gebrochenen Identität. Die Reise zwischen den Dimensionen deutet auf einen psychologischen Abstieg ins Unbewusste hin. Die ständigen Veränderungen in der Umgebung verstärken diesen Abstieg noch. Die allmähliche Verzerrung der Realität wird zu einer Metapher für den inneren Konflikt und symbolisiert gleichzeitig die Abkopplung von der realen Welt. Wie ich oben schon angedeutet habe, verwendet BrokenLore: LOW eine ungewöhnliche visuelle Kombination. Es wechselt zwischen hochdetaillierten Umgebungen und absichtlichen Retro-Segmenten. Dieser Kontrast definiert die ästhetische Identität des gesamten Spiels und erhöht sicherlich die psychologische Spannung. Jeder visuelle Übergang wird zu einem erzählerischen Mittel. Das Sounddesign spielt eine entscheidende Rolle beim Aufbau der Atmosphäre. Die Umgebungsgeräusche, die zunächst vertraut und beruhigend wirken, verändern sich allmählich und werden immer beunruhigender.Einfache Spielmechanik
BrokenLore: LOW bietet eine sehr einfache Spielmechanik, die eher an das Genre der Walking-Simulatoren als an ein vollwertiges Abenteuerspiel erinnert. Du kannst also weder ein Inventar noch ausführliche Beschreibungen erwarten. Es gibt auch keine Stealth-Elemente, du hast also keine andere Wahl, als vor den Geistern da draußen wegzulaufen. Der Titel ist im Wesentlichen sehr linear, und die Entwickler legen den Schwerpunkt eher auf die psychologische Geschichte als auf durchdachte Spielmechaniken. Zudem ist es für meinen Geschmack viel zu kurz, und ich habe das Spiel in etwa anderthalb Stunden durchgespielt. Mit seiner vielschichtigen Erzählung, der sich ständig verändernden Ästhetik und dem sorgfältig ausgearbeiteten Sounddesign ist BrokenLore: LOW eine gute Wahl, und als Einstieg in die Serie wird es Genre-Fans, die in der Stimmung für solchen Horror sind, sicher interessieren. Serafini Productions haben erfolgreich ihre Fähigkeit unter Beweis gestellt, gruselige, immersive Welten zu erschaffen und die Spieler dazu zu zwingen, die dunkelsten Ecken des menschlichen Geistes zu erforschen. Ich bin also neugierig, was sie als Nächstes bringen werden, da in diesem Jahr mindestens drei weitere Episoden dieser vielversprechenden Serie erscheinen sollen.
Trailer: